Laboratorio internacional por el habitat popular

Internationale Labor für das Habitat Populaire [soziale Wohn- und Lebensraum]

- 04/02/2013 -

An dem Internationale Labor für das Habitat Populaire (soziale Wohn- und Lebensraum) sind unterschiedlichen Akteure der Stadtproduktion, wie Bürgermeister, Einwohner, Architekten, Geographe, Pädagogen und viele andere, beteiligt.

An dem Internationale Labor für das Habitat Populaire (soziale Wohn- und Lebensraum) sind unterschiedlichen Akteure der Stadtproduktion, wie Bürgermeister, Einwohner, Architekten, Geographe, Pädagogen und viele andere, beteiligt. Die Forschergruppe untersucht die Bedingungen und die Möglichkeiten einer qualitativen Produktion der Stadt aus der lokalen Situation heraus. Dabei nimmt das Labor immer eine politisch engagierte Position ein. Auf Initiative von Fabian Beethoven Zuleta und Jean-Francois Parent tauschten unterschiedliche Akteure des Forschungs- und Arbeitsfeldes „Habitat“ zwei Jahre lang ihre Erfahrungen und Überlegungen aus. Dabei haben sie festgestellt, dass sie ähnliche Probleme behandeln und gleiche Ziele verfolgen. 2008 trafen sie sich in Medellin (Kolumbien), um über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit nachzudenken. Dort wurde entschieden, das Internationale Labor für das Habitat Populaire zu gründen. Ein Jahr lang forschten sie weiter, gewannen neue Mitarbeiter und überlegten, welche konkrete Form dieses Forschungsgemeinschaft haben solle. Im Januar 2009 fand ein weiteres Treffen in Bobigny in Frankreich statt. Dort wurde die Idee einem größeren Zuhörerkreis vorgestellt, und so viele neue Mitarbeiter gewonnen. Außerdem vereinbarte man, dass die Städte Vaux-en-Velin (Frankreich) und Bogota (Kolumbien) künftig an der Arbeit des Labors teilnehmen werden. Eine Zusammenarbeit mit Akteuren unterschiedlicher Bereiche wurde beschlossen, unter anderen auch mit Mitarbeitern der Konstantin Universität in Algerien. Offiziell wurde das Labor in Vaux-en-Velin in Frankreich im Juni 2009 gegründet.

 

            Aus unterschiedlichen Gründen - unter anderem aufgrund der Nichtbeachtung der wirklichen Bedürfnisse der Menschen, wegen des Glaubens an die Eigentümer-Gesellschaft und angesichts der liberalen Bodenpolitik - engagiert sich der Staat immer weniger in der Wohnungspolitik. In Folge dessen übernehmen private Bauunternehmen die Rolle der öffentlichen Hand. Durch diese Politik sind die Bauunternehmen von vielen Regelungen befreit und sind gleichzeitig Bauherr und Bauleiter geworden. Seit ein paar Jahren haben sie eine zentrale Position in der Produktion des Wohnens inne. Die Bauzeit wird immer kürzer und die Leistungspflicht immer präsenter. Diese Situation führt zu einer Reproduktion von Leitbildern, ohne sie in Frage zu stellen. Darin eingeschrieben werden so Ideologien der  Hygiene, Sicherheit und Überwachung vervielfältigt. Die kreative Spannung zwischen individuellen Bedürfnissen und kollektiver Erwartung wird für die Entwicklung innovativen habitat populaire nicht benutzt. Natürlich wollen manche Akteure die Situation verbessern. Aber die einzelnen Versuche bleiben isoliert und die Akteure scheinen machtlos. Sie sehen keine Möglichkeiten die Situation zu ändern. Während dessen verschlimmert sich die Situation.

 

            Eine Veränderung ist nur möglich, wenn wir eine politisch-ökonomische, urbane Analyse der Bedingungen des Bauens durchführen. Das Labor begründet sich auf zwei Überzeugungen: der entscheidenden Rolle der Politik und dem Bedürfnis eines konzeptuellen Bruchs. Wenn die Frage des Wohnens hauptsächlich politisch ist, müssen die Bürger sich auch politisch mobilisieren. Die Nutzer sollen nicht nur an den Entwurfs- und Produktionsphasen teilnehmen, sondern sich massiv politisch engagieren, um so die Machtverhältnisse zu verändern. Aktion, Praxis, Experiment und Forschung sind für diesen Prozess entscheidend. Aus konkreten Situationen heraus müssen die Probleme analysiert und Lösungen gefunden werden, um daraus dann Theorien abzuleiten. Alle Fragestellungen müssen untersucht und alle Standpunkte müssen integriert werden. Es wird Spannungen geben, aber die Formulierung der Widersprüche ist für das Auffinden von Lösungen nötig. Durch das Engagement der Mitglieder der Forschungsgruppe sollen diese Spannungen kreativ aufgelöst werden, um es möglich zu machen Alternativen zu entwerfen. Die Gruppe soll also keine fertigen Modelle vorschlagen und keine im Laboratorium entwickelten Überlegungen produzieren, sondern  neue innovativen Forschungsmethoden garantieren. Recherche-Action spielen eine zentrale Rolle im Labor und tragen zur Bildung von Theorien bei. Dabei handelt es sich um konkrete Projekte wie zum Beispiel in Bogota (Kolumbien) oder in Le Port (La Réunion) mit typischen Problemen der raschen Urbanisierung wie etwa die Bildung von Elendsvierteln. Diese Städte sind bereit mit dem Labor zusammen zuarbeiten, um in der Durchführung innovativer Projekte für die Rückbauung baufälliger gesundheitsschädigender Vierteln Unterstützung zu bekommen. Diese „Forschungs-Aktionen“ sind unter anderem von der IBA-87 Berlin und ihren Ideen der behutsamen Stadterneuerung inspiriert. Aus diesen praktischen Beispielen der Städte soll eine theoretisierende und synthetisierende Forschung entstehen.

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Présentation en Allemand du Laboratoire International pour l'Habitat Populaire

- 04/02/2013 -

Traduction de la plaquette de présentation du LIHP par l'équipe de Berlin.

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- 04/02/2013 -

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